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Michela Ivano

Kaffee, Onlineshopping, Rauchen, YouTube, Tratschen, Insta & Co – ein gewöhnlicher 8-Stunden-Arbeitstag im Büro

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Den internationalen Tag der Produktivität, den World Productivity Day, möchten wir zum Anlass nehmen, um noch einmal hervorzuheben, dass physische Anwesenheit nicht gleich Effizienz ist. Im Gegenteil. Das ist pure Illusion.

Hand aufs Herz: Wie viele Stunden Ihres Tages im Büro verbringen Sie wirklich mit Arbeit und wie viel mit Privatgesprächen, Kaffeepausen, Social Media, etc.?

Keine Sorge, es gibt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Fakt ist, kein Mensch kann sich acht Stunden am Stück konzentrieren und wirklich effizient arbeiten. Das belegt auch eine Studie der Stanford University. Grob geschätzt würden wir sagen, dass wir maximal vier bis fünf Stunden am Tag wirklich effektiv arbeiten können. Die Studie jedoch besagt, dass es tatsächlich gerade einmal zweieinhalb Stunden höchster Konzentration am Tag sind. Wahnsinn, oder?

Die gesamte restliche Zeit wird demnach verschwendet. Zu dieser Verschwendung gehören ineffiziente Arbeitsprozesse, aber auch unnütze Meetings, die nicht selten dem Muster folgen: „Es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von mir“, wie sie in den meisten Unternehmen keine Ausnahmen sind. Und natürlich WhatsApp, YouTube, Kaffeeklatsch, etc.

Ineffiziente Arbeitsprozesse & Zeit absitzen

Ich wurde in meinem Berufsleben in der Vergangenheit einmal vorübergehend in einem anderen Büro eingesetzt und konnte nicht fassen, welches Bild sich mir dort bot. Zwei Mitarbeiter waren damit beschäftigt stumpfe „Abschreib-Arbeiten“ zu erledigen. Arbeiten, die sich ganz einfach auch digitalisieren lassen und so zu mehr Effizienz führen würden. Die Mitarbeiter waren unzufrieden, weil man ihnen mit der Betrauung dieser Aufgaben offenbar nichts anderes zutraute. Darüber hinaus hatten sie sich schon so sehr damit abgefunden, dass sie sobald das „Abschreiben“ erledigt war, einfach nur noch ihre Zeit absaßen. Jeden Tag dasselbe: 9 Uhr Dienstbeginn. Zwei Stunden stumpfe Arbeit. Eine Stunde Pause. Und sechs Stunden Füße auf den Tisch (das war wirklich so!), zurückgelehnt und mit Klatsch & Tratsch, Facebook, YouTube, privaten Telefonaten, etc. beschäftigt – bis 18 Uhr. Endlich Feierabend. Ein paar Minuten früher gehen oder gar eine Stunde war meist nicht drin, denn es ist ja verpönt in einer Gesellschaft, die auf Anwesenheit an Stelle von echter Produktivität beharrt.

Muss das noch sein?

Nach Work-Life-Balance, mit der sich inzwischen fast jedes Unternehmen in seinem „Benefits für Mitarbeiter“-Portfolio schmückt, klingt das nicht gerade. Eine echte Work-Life-Balance ist mit dem aktuellen 40-Std./Woche Konzept schlichtweg unmöglich.

Alle reden über Vereinbarkeit von Beruf & Familie und flexible Arbeitszeitmodelle, aber die wenigsten setzen diese großen Phrasen des New Work auch wirklich um. Und was bleibt? Unzufriedene Mitarbeiter, die täglich acht Stunden ihrer Lebenszeit im Büro absitzen, ohne wirklich etwas für sich und ihren Arbeitgeber zu (er)schaffen und zu leisten. Da ist es nur allzu verständlich, dass der Frust steigt während Kreativität und Motivation stetig sinken.

Nicht selten werden die Mitarbeiter auch krank, was zu erhöhten Fehlzeiten und noch weniger Outcome für ein Unternehmen führt. Von Burnout zu Boreout birgt das aktuelle Konstrukt viele unterschätzte Risiken. Weder kranke noch unmotivierte Mitarbeiter verhelfen zu mehr Produktivität.

Was also tun?

Endlich reagieren und nicht nach dem alten Motto „das war aber schon immer so“ an veralteten und sinnlosen Arbeitskonzepten festhalten. Natürlich gibt es zunächst so einige Hürden und vielleicht auch Risiken – wie immer, wenn man etwas Neues wagt.

Wir würden uns wünschen, dass sich viel mehr Unternehmer trauen, wirklich etwas zu bewegen und zum Vorteil für ihre Mitarbeiter zu verändern. Positivbeispiele gibt es inzwischen genügend, allen voran das US-amerikanische SUP-Unternehmen Tower, das seit nunmehr vier Jahren große Erfolge mit einer 25 Stunden Arbeitswoche einfährt. Die Mitarbeiter arbeiten fünf Stunden am Tag, ihr Gehalt wurde erhöht und sie werden am Gewinn beteiligt. Nach dem ersten Jahr der Umstellung verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 40% und blickt auch heute noch stolz auf einen hochmotivierten Mitarbeiterstamm, der in kurzer Zeit Großartiges leistet und seitdem wirklich Beruf und Familie/Freizeit in Einklang bringt.

Ein sehr bekanntes Positivbeispiel gibt es auch aus Deutschland von der Digital Enabler Agentur aus Bielefeld. Seit über einem Jahr erweist sich auch bei ihnen der Wechsel von einer 40 zu einer 25 Stunden Woche als Erfolgskonzept mit glücklichen, gesunden Mitarbeitern und Kunden. Mehr dazu gibt es in diesem Artikel der WELT.

Warum es also nicht einfach mal wagen? Einfach machen. Ist es nicht auch das was Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten? Einfach machen. Holen Sie Ihre Mitarbeiter aus dem Hamsterrad, begeistern Sie sie für sich und machen Sie einen echten Unterschied mit Mehrwert – für alle Beteiligten.

Die Meta Studie des Harvard Business Review Magazins bestätigt: Mitarbeiterzufriedenheit = höhere Produktivität.

 

In diesem Sinne: Happy World Productivity Day!

eto Personalmarketing Blog

Die 10 dümmsten Fehler bei Bewerbungen – von Arbeitgeberseite!

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Die Ratgeber Artikel und Coaches für Bewerber nehmen kein Ende. Wir lesen Artikel mit den Schlagzeilen:

  • Was Personaler sich von Bewerbern wünschen
  • So punkten Sie mit Ihrer Bewerbung
  • Die dümmsten Fehler bei Ihrer Bewerbung
  • Und so weiter und so fort

Diese Liste könnte man noch endlos weiterführen. In einem unserer vergangenen Beiträge haben wir bereits die Frage gestellt, wer sich hier bei wem bewirbt. Heute gehen wir einen Schritt weiter.

Zeit den Spieß umzudrehen

Ja, Bewerber müssen ihr Gegenüber von sich überzeugen, aber das gilt nicht nur für Bewerber. Gerade jetzt ist es von essenzieller Bedeutung, dass Arbeitgeber endlich und wahrhaftig erkennen, dass auch sie die Kandidaten da draußen von sich überzeugen müssen.

Aufgeschlossene Personalverantwortliche sind sicher offen und dankbar für Anregungen, Reminder und Impulse, um auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt zu punkten. Denn auch Unternehmen haben nur eine einzige Chance für den alles entscheidenden ersten Eindruck.

Um einen Mehrwert für Personaler und letzten Endes auch für Bewerber zu schaffen, haben wir eine Top 10 Liste der Fehler aufgestellt, die -vielleicht unbewusst- noch viel zu oft im Bewerbungsprozess und im Austausch mit Bewerbern gemacht werden.

Top 10 der häufigsten Fehler im Bewerbungsprozess

1. Eine beliebige Stellenanzeige

Meist der erste Berührungspunkt mit potenziellen Kandidaten und der erste Eindruck, den ein Arbeitgeber vermittelt, erfolgt über die Stellenausschreibung. Noch immer finden sich auf allen Kanälen unbeschreiblich schlimme Stellenanzeigen. Die Rede ist von Stellenanzeigen, die voll gespickt sind mit zahllosen Forderungen, die zudem unfreundlich formuliert sind. Argumente für den Bewerber, warum er sich gerade für dieses Unternehmen entscheiden sollte, sucht man vergebens. Und NEIN, Gleichberechtigung ist kein Benefit!

Machen Sie sich bewusst: Die Stellenanzeige ist IHRE Bewerbung bei Ihrem Wunschkandidaten. Mehr zum Thema Stellenanzeige gibt es hier.

2. Komplizierte Bewerbungsprozesse

Um sich bei Ihnen zu bewerben muss man erstmal ein 10-seitiges Bewerbungsformular ausfüllen, seine ganze Vita einzeln eingeben, um dann am Ende dennoch die gesamte Bewerbung in einer pdf-Datei hochzuladen? Die mobile Ansicht ist grausig und eine Bewerbung auf diesem Wege nicht möglich? Das ist alles andere als bewerberfreundlich. Was Sie damit maximal erreichen ist die Vermeidung von Bewerbern. Spätestens nach der dritten Seite verlieren diese das Interesse und springen ab. Sie werden es sehen, werfen Sie mal einen Blick in die Absprungrate.

Machen Sie es Ihren Wunschkandidaten so einfach wie möglich den Weg zu Ihnen zu finden. Überdenken Sie die Sinnhaftigkeit eines Anschreibens, eines mehrseitigen Bewerbungsformulars, etc.

An dieser Stelle empfehlen wir unseren Artikel über die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Bewerber. Schauen Sie mal rein.

3. Aussortieren und Ausmustern von Bewerbern basierend auf Vorurteilen

Mal ganz ehrlich. Wie oft haben Sie eine Bewerbung schon direkt in den Papierkorb wandern lassen, weil der Name Mahmoud Mohamed Abdallah nicht in Ihr Muster passt oder weil ein Bewerber aus dem „falschen“ Stadtteil kommt oder er ein paar Rechtschreibfehler im Anschreiben hatte (für einen Job, in dem die Schreibfähigkeit keinerlei Relevanz hat)? Und das in einer Zeit, in der alle über den Fachkräftemangel jammern und im selben Atemzug Menschen ausmustern, die vielleicht sehr gute Kandidaten sind, aber irgendwie nicht in das Weltbild passen.

Bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit und Unterstützung junger Geflüchteter bei ihren Bewerbungen erlebe ich genau das immer wieder. Ich bin im Austausch mit diesen aufgeweckten und fähigen Persönlichkeiten, die machen wollen und scheitern, weil sie nicht einmal die Chance bekommen Unternehmen persönlich von sich zu überzeugen. Was für eine Verschwendung von so viel Potenzial. Und weswegen? Wegen eines Kopftuchs und der dazugehörigen Schublade oder wegen des männlichen Geschlechts gepaart mit der ausländischen Herkunft und der Schublade „der wird Frauen als Vorgesetzte sowieso nicht akzeptieren“ – Stempel drauf und fertig.

Geben Sie Persönlichkeiten, die mindestens die Grundvoraussetzungen mitbringen eine Chance. Vergessen Sie die Schubladen und lassen Sie sich überraschen. Es lohnt sich.

4. Mangelhafte Kommunikation

Das unzureichende oder einfach mal Nicht-Kommunizieren gehört zu den verbreitetsten Fehlern überhaupt. Das beginnt mit einer Stellenanzeige, die keine Aussagekraft hat, geht weiter mit dem verspäteten oder Nicht-Beantworten einer Bewerbung und endet mit einem abgeschlossenen Bewerbungsprozess, über dessen Abschluss der Bewerber gar nicht erst unterrichtet wird. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach:

Kommunizieren Sie mit Ihren Bewerbern. Halten Sie sie stets über den Bewerbungsprozess auf dem Laufenden. Beim Vorstellungsgespräch werden sieben Verantwortliche dabei sein, um den Kandidaten kennen zu lernen? Geben Sie dem Bewerber die Chance sich mental auf so eine herausfordernde Situation vorzubereiten. Sie wissen noch nicht, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist? Teilen Sie es den Bewerbern mit und sagen Sie ihnen, wann in etwa mit einem Entschluss zu rechnen ist. Das zeugt von Respekt und Anstand. Das Mindeste, das wir jemandem entgegenbringen sollten, der uns seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte.

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5. Unpünktlichkeit

Nur weil das Vorstellungsgespräch in Ihrem Hause stattfindet und Ihr Weg kurz ist, bedeutet es nicht, dass es in Ordnung ist zu spät zu kommen. Auch Pünktlichkeit ist ein Zeichen von Anstand und Respekt. Punkt.

6. Schlechte oder keine Vorbereitung

Sie sind mit Hundert Dingen gleichzeitig beschäftigt und ooops es ist schon 9:45 Uhr. Der Kandidat für das Interview um 10:00 Uhr sitzt bereits im Wartebereich – nervös und doch bereit für sein Vorstellungsgespräch mit Ihnen. Sie haben gerade noch Zeit die Kollegen dazu zu rufen, die dabei sein sollen. Niemand hat sich intensiv und individuell auf den Bewerber vorbereitet. Schnell nochmal den Lebenslauf überflogen „mit den klassischen Bewerbungsfragen wird’s schon gehen“. Klar, das geht. Es fällt allerdings auf. Und ist das gut? Wird das Ihrem Anspruch wirklich gerecht? Erwarten Sie nicht auch von Ihrem Bewerber, dass er sich auf Sie als Arbeitgeber vorbereitet?

Behandeln Sie Ihre Bewerber nicht wie beliebige Nummern. Bereiten Sie sich auf das Individuum vor. Fallen Sie positiv bei Ihrem Bewerber auf, indem Sie sich auf ihn einstellen. Letztlich kommt es auch Ihnen zugute, wenn Sie besser auf ihn eingehen und ihn zielgerichteter kennenlernen können.

7. Unprofessionelle Fragen

Die meisten Personaler kennen die Regeln und wissen um die absoluten No-Go Fragen. Dennoch kommt es immer wieder zu unbedachten und grenzwertigen Fragen. Als ich selbst noch als Recruiterin Interviews geführt habe und bei einem davon einen Fachabteilungsleiter an meiner Seite hatte, musste ich eine gewisse Frage von ihm an die Bewerberin unterbinden, die wie folgt lautete: „Sie sind ja nun in einem gewissen Alter und die Uhr tickt. Wollen Sie nicht eh lieber eine Familie gründen?“

Bitte tun Sie das nicht.

8. Überheblichkeit und Unfreundlichkeit

Dieses Phänomen ist überraschend weit verbreitet. In der Bewerberrolle habe ich an Arroganz und Unfreundlichkeit schon so einiges erlebt. Vom Abwürgen eines Anrufs, bei dem ich mich nach 5 (!) Wochen nach dem Stand meiner Bewerbung erkundigen wollte bis zum GM beim Vorstellungsgespräch, der mir an den Kopf knallte, dass ich karrieretechnisch mein Leben verschwendet habe. Er wollte damit testen, ob er mich aus der Ruhe bringen kann. Das ist ihm nicht gelungen. Er hätte es aber auch auf professionellere Art und weniger persönlich testen können. Sein Verlust.

Vielleicht artet es bei Ihnen nicht ganz so aus. Und dennoch, beherzigen Sie diesen Rat bitte. Bleiben Sie stets freundlich und lächeln Sie. Sie haben keine Ahnung welch beruhigende Auswirkung Ihre Haltung und Ihre Art auf den Bewerber haben. Mit Unfreundlichkeit und Arroganz konnte man noch nie von sich als guten Arbeitgeber überzeugen. Im Gegenteil – es lässt tief blicken.

9. Dem Mobiltelefon auf dem Tisch mehr Aufmerksamkeit widmen als dem Bewerber

Ganz selbstverständlich spazieren Personalverantwortliche mit ihrem Mobiltelefon ins Vorstellungsgespräch und platzieren es dominant auf dem Tisch. Zu allem Überfluss vibriert es ständig und sie schielen immer wieder auf das Display. Ernsthaft – was kann denn bitte in diesem Moment wichtiger sein als Ihr Gegenüber?

Den Bewerber macht dieses Verhalten zum einen nur noch nervöser und zum anderen gibt es ihm das Gefühl, dass er eine unbedeutende Nebensache ist.

Lassen Sie Ihr Handy in der Tasche, in Ihrem Büro oder wo auch immer. Hauptsache fern vom Vorstellungsgespräch, denn hier sollte nur eine Person all Ihre Aufmerksamkeit bekommen: Ihr potenzieller neuer Kollege / Mitarbeiter.

Auch das ist nichts weniger als eine Frage des Anstands und Respekts.

10. Unehrlichkeit

„Das Gehalt verhandeln wir nach drei Monaten gerne neu.“ Oder „Unsere Konzernstrukturen sind so eng gestrickt, das dauert immer alles etwas. Sie bekommen Ihren richtigen Titel, sobald Sie bei uns angefangen haben.“ Oder „Bei uns halten alle zusammen, wir unterstützen einander und stehen uns auch privat sehr nah. Sie werden Teil unserer Familie, in der alle wertgeschätzt werden.“

Sparen Sie sich Versprechungen, die Sie nicht halten können. Bleiben Sie ehrlich und authentisch. Der Bewerber, der Ihnen diese und ähnliche Sprüche abkauft und dann bei Arbeitsantritt von der Realität enttäuscht wird, ist ganz schnell wieder weg. Es ist ja nicht so, dass ihm die (besseren) Alternativen auf dem Arbeitsmarkt fehlen.

Bleiben Sie also authentisch und ehrlich. Damit kommen Sie weiter und bringen den Kandidaten ganz natürlich Wertschätzung entgegen.

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben natürlich auf Angehörige aller Geschlechter.

Was Bewerber wirklich wollen

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Dank der blauen Häkchen bei WhatsApp wissen wir, dass unsere Nachrichten gelesen wurden. Wir wissen wer unsere Insta Story gecheckt hat und dank YouTube „Unboxing“ Tutorials wissen wir schon vor der Lieferung, wie es sein wird unser neues Smart Phone auszupacken.

Die Transparenz in der Kommunikation, aber auch in allen anderen Bereichen ist allgegenwärtig. Dennoch, die Mauer zu euch, lieben Arbeitgebern, ist höher als die Mauer in Trumps kühnsten Träumen. Als Bewerber an Informationen über den potenziellen neuen Arbeitgeber zu kommen, bei dem man seine Lebenszeit und Energie im Austausch für Geld zur Verfügung stellt, artet nicht selten zu einer Mission Impossible aus.

Es gibt Ausnahmen, aber wie das Wort besagt, es sind einige wenige Ausnahmen. Auch heute noch, im 21. Jahrhundert, hält der Großteil der Unternehmen an alten Systemen fest. Mit fatalen Folgen. Stichwort: Schlechte Positionierung beim Engagement um geeignete Fachkräfte. #fachkräftemangel

Um diese Unternehmer zu unterstützen und vielleicht auch ein wenig wach zu rütteln, habe ich im Namen aller Bewerber und besonders im Namen derjenigen, die versuchen sich für einen Berufsweg zu entscheiden, einen offenen Brief an sie verfasst.

Liebe Unternehmer,

ihr braucht uns so sehr wie wir euch – vielleicht braucht ihr uns inzwischen sogar ein wenig mehr.

Warum macht ihr es uns denn dann so schwierig zu euch zu finden?

Wir recherchieren viel. Wir suchen und suchen und hoffen das eine Unternehmen zu finden, bei dem wir uns vorstellen könnten ein Teil davon zu werden. Meistens finden wir nicht viel. Wir durchforsten Websites und Social Media Kanäle. Nichts. Häufig gibt es außer Produktinformationen nichts über euch zu erfahren. Nicht einmal eine Über Uns Seite.

Das schreckt uns ab, wir können keine Bindung aufbauen. Wir können uns nicht entscheiden, ob wir euch sympathisch finden oder nicht. Das schreckt uns nicht nur ab, es hält uns auch davon ab, uns bei euch zu bewerben. Wenn wir nichts über euch erfahren können, verlieren wir das Interesse, wenn es denn jemals da war.

Warum gewährt ihr uns keine realistischen Einblicke in den Arbeitsalltag?

Manchmal gibt es sie doch, die Über Uns Informationen und sogar eine Karriereseite. Da strahlen einen dann Models und stumpfe Stockbilder an. Wir lesen viele gute Sachen. Zu gut, um wahr zu sein, oder? Ihr bietet scheinbar alle ein familiäres Arbeitsklima, bei dem alle sich liebhaben und Spaß haben, Zusatzleistungen (was auch immer diese beinhalten mögen), Gleichberechtigung (sollte das nicht selbstverständlich sein?), usw. usw. Viele schöne Floskeln und bei näherer Betrachtung: nix dahinter.

Wir möchten wissen, wie es wirklich ist bei euch zu arbeiten! Wir brauchen eine solide Entscheidungsgrundlage. Es ist eine wichtige Lebensentscheidung. Wir gehen einen Bund miteinander ein. Wir verpflichten uns dazu, unsere LEBENSzeit bei euch zu verbringen und alles von uns zu geben. Ist es nicht für uns beide das Schlimmste, wenn sich die Realität als vollkommen anders herausstellt und wir nach 4 Wochen wieder kündigen, weil wir die Welt, die uns vorgespielt wurde, bei euch nicht vorfinden?

Warum enthalten eure Stellenausschreibungen ausschließlich Forderungen?

Wir lesen, dass wir diese und jene Voraussetzungen zu erfüllen haben, dass wir diese und jene Qualifikationen mitbringen müssen, dass wir perfekt sein sollen, kurzum: wir sollen die berühmte eierlegende Wollmilchsau sein. Wir erfahren also alles darüber was ihr von uns wollt, aber im Gegenzug erfahren wir weder was wir den ganzen lieben Tag lang bei euch tun sollen noch was für euch als Arbeitgeber spricht.

Ihr gebt uns keinerlei Gründe, warum wir uns für euch entscheiden sollten.

Warum ignoriert ihr uns und meldet euch wochen- oder gar monatelang nicht bei uns?

Nun haben wir uns doch beworben und bangen jeden Tag. Gibt es eine Antwort? Sind wir gut genug? Eine Rückmeldung gibt es nicht. Wir warten 10-14 Tage, fassen uns ein Herz und rufen an. Eine unfreundliche Stimme meldet sich am anderen Ende. Wir stören. Man hält uns weiter hin. Man melde sich bald. Hat unser Gesprächspartner unseren Namen überhaupt notiert? Hilflos bedanken wir uns und legen auf. Und hoffen weiter. Und warten. Warten. Warten. Manchmal gibt es einige Monate später eine Antwort. Manchmal auch nicht. Das ist schade. Wir reden darüber mit Freunden und Bekannten, um uns Rat zu holen. Ein gutes Licht wirft das nicht auf euch. Vielleicht waren wir vorher von eurem Produkt begeistert, sogar eure besten Kunden. Jetzt sind wir es nicht mehr.

Hochachtungsvoll,

Eure Bewerber / potenziellen neuen Mitarbeiter / Retter

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Stressfaktor: Work-Life-Balance

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Die Work-Life-Balance ist in aller Munde und insbesondere bei Arbeitgebern zu einer beliebten Floskel geworden. Mehr als eine Floskel ist sie in den meisten Fällen tatsächlich nicht – insbesondere in der Gastronomie.

Brauchen wir diese Work-Life-Balance überhaupt in der Gastronomie & Hotellerie?

Unserer Auffassung nach lautet die Antwort auf diese Frage: Nein. Im Gegenteil, sie kann sich eher als zusätzlicher Stressfaktor herausstellen. Wie im HOGAPAGE Ratgeber Artikel vom 24.01.2017 bereits ausdrücklich formuliert: „[…] Vergiss die Suche nach deiner Work-Life-Balance!“ Damit ist nicht gemeint, dass man in der Branche 24/7 im Dienst stehen soll. Es geht lediglich darum, sich kein Hobby aufzuzwingen, auf das man im Grunde genommen keine Lust hat.

Der Trend zur Selbstfindung zieht seine Kreise und löst damit -bei mehr Menschen als man meinen mag- unsagbaren Stress aus. Sie fühlen sich unter Druck gesetzt. Der Mensch will immer dazugehören, mitreden und bloß nicht als „öde“ dastehen, wenn alle anderen von ihren neuen Hobbies erzählen. Was passiert also? Sie suchen sich den vermeintlich notwendigen „Ausgleich“ in Form eines neuen „pseudomodernen“ Hobbies wie Full Body Performance Beach Running (im Volksmund auch Joggen am Strand genannt) beispielsweise und hetzen von einem Termin zum nächsten. Gerade in der Gastro kann es oft mal vorkommen, dass man nicht um Punkt 18:00 Uhr Feierabend macht. Wenn man es dann nicht rechtzeitig zum FBPBR-Treff um 19:00 Uhr schafft, ärgert man sich. Das kommt immer wieder vor. Der Frust wächst und wächst und staut sich.

Eure Zeit ist begrenzt. Vergeudet sie nicht damit, das Leben eines anderen zu leben. Lasst euch nicht von Dogmen einengen – dem Resultat des Denkens anderer. Lasst den Lärm der Stimmen anderer nicht eure innere Stimme ersticken. Das Wichtigste: Folgt eurem Herzen und eurer Intuition, sie wissen bereits, was ihr wirklich wollt.

Steve Jobs

Müssen Sie sich das ernsthaft antun?

Fehlt Ihnen wirklich etwas in Ihrem Leben oder schätzen Sie sich zum Ausgleich schon mit Familienzeit und Nichtstun glücklich? Sie müssen nicht bei jedem Trend mitziehen. Jeder Mensch ist anders. Nicht jeder braucht einen Ausgleich mit Yoga und Zen Meditation oder FBPBR. Sind die spontanen Treffs mit Freunden nicht ohnehin viel angenehmer als erzwungene Körperverrenkungen zum Beispiel? Sorgen Sie für Ihre persönliche Balance, für Momente in denen Sie einfach abschalten können. Schauen Sie dabei jedoch ausschließlich auf sich selbst. Ihnen muss es gut gehen. Die Erwartungen oder gar gesellschaftlichen Zwänge in Ihrem Umfeld haben damit nichts zu tun.

Hand aufs Herz

Außerdem – seien wir ehrlich. Als Hotel- und Gastromitarbeiter stehen wir doch auf diesen (positiven) Stress, wenn drei Touristenbusse gleichzeitig zum Check In vorfahren; wenn das Wetter plötzlich schön wird und die Terrasse sich von 0 auf 100 mit Gästen füllt, wenn ein großes Event ausgerichtet werden will; etc. All das meistern wir im Team mit großartigen Kollegen um uns herum. Das sind genau die Situationen, in denen wir aufblühen und uns so richtig lebendig fühlen!

Und ist es nicht so, dass ein starker Selbstwert gepaart mit Stolz auf sich selbst, die gemeinsamen Erfolge im Team und die Dankbarkeit in den Augen & Worten der Menschen, für die wir alles geben, nicht all den Stress kompensieren?

Da haben Sie Ihre Work-Life-Balance.

Wir lieben krumme Dinger

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Fakt ist: wir Menschen lieben Essen. Gutes Essen hat für die meisten von uns einen sehr hohen Stellenwert. Wir denken immer ans Essen – laut einer Studie der Universität Ohio mindestens ein Mal pro Stunde. Die Aussicht auf ein gutes Mittag- oder Abendessen stimmt uns froh. Die Banane am Morgen gibt unseren Hirnzellen Power. Deswegen lieben wir sie so, diese krummen Dinger.

Obst, Wasser & Kaffee gratis - und zur Mittagspause?

Viele Unternehmen bieten es ganz selbstverständlich an. So verwundert es nicht, dass viele Arbeitnehmer dies auch schon als Basic voraussetzen und erwarten. An der Grundversorgung seiner Mitarbeiter sollte man also im Idealfall nicht sparen.

Der Vormittag ist geschafft, der halbe Tag rum und nach der Mittagspause vergeht der Tag gleich viel schneller. Jeden Tag dasselbe Spiel: Wohin zum Lunch und was essen?

„Ich wollte mich doch eigentlich gesünder ernähren, aber es wäre jetzt viel einfacher zum Fast Food Dealer um die Ecke zu gehen…“

Verfügt Ihr Unternehmen über eine eigene Mitarbeiterkantine ist es ziemlich einfach. Eigentlich.

Was sollte eine Mitarbeiterkantine können?

Laut der Stepstone Studie „Jobsuche im Fokus“ vom 30.09.2018 wünschen sich immerhin 46% der Arbeitnehmer eine Kantine bzw. einen Essenszuschuss. Befragt wurden 30.000 Fach- und Führungskräfte.

Eine Kantine sollte allerdings mehr können als „existieren“. Mitarbeiter wünschen sich ein angenehmes Ambiente. Die Räumlichkeiten sollten also ansprechend gestaltet und einladend sein. Einen angemessenen Rahmen für das Socializing mit den Kollegen bieten. Das steigert den Wohlfühlfaktor und letztlich auch die Mitarbeiterbindung.

Das Essensangebot sollte über Schnitzel und Pommes hinausgehen, qualitativ hochwertig und abwechslungsreich sein. Wie wäre es mit Thementagen zum Beispiel? Jeder sollte die Möglichkeit haben auch etwas Gesundes zu finden. Vegetarische und vegane Speisen (die über den Beilagensalat ohne Dressing hinausgehen) kommen als Alternative immer wieder gut an – nicht nur bei Vegetariern.

Zu guter Letzt sollte natürlich auch das Preis-Leistungsverhältnis stimmen.

Passt das alles, so haben Sie schon einmal viel für die Zufriedenheit Ihrer Mitarbeiter getan. Und weit mehr als andere. Auf Bewertungsportalen wie kununu und glassdoor ist immer wieder zu sehen, wie bedeutsam die oben genannten Faktoren sind.

 

Ich selbst habe schon einmal für einen Konzern gearbeitet, der ein eigenes Restaurant für seine Mitarbeiter hatte. Dieses wurde auch nicht unsexy Kantine genannt, sondern hatte einen richtigen (Restaurant-) Namen. Die Grundzufriedenheit der Mitarbeiter in diesem Unternehmen war tendenziell eher negativ. Positiv konnten sie sich nur über dieses Restaurant äußern. Letztlich war dies ein so ausschlaggebender Punkt, dass sie es sich drei Mal überlegten, bevor sie sich nach einem anderen Arbeitgeber umsahen. Mitarbeiterbindung par excellence.

 

Alternativen

Ihr Unternehmen besitzt keine eigene Kantine und auch nicht die Möglichkeit eine einzurichten? Kein Problem. Werden Sie kreativ. Bieten Sie Ihren Mitarbeitern einen Mehrwert. Mit etwas Initiative ist das kostengünstig umsetzbar.

Da gibt es zum einen die digitale Essensmarke von Spendit, mit der Sie Ihren Mitarbeitern die Kosten für ihr Mittagessen bis zu einem bestimmten Betrag steuerfrei erstatten können.

Zum anderen gibt es noch das gute alte Networking. Vernetzen Sie sich mit den Gastronomen in Ihrer Umgebung und handeln Sie einen Deal aus, der Win-Win für beide Seiten darstellt.

Wie kann so ein Deal aussehen?

  • Wählen Sie Gastronomiebetriebe in Ihrer Nähe aus. Dabei sollte das Angebot breit gefächert und für jeden etwas dabei sein: Gesund, Fast Food, Bäckerei, Veggie, etc.
  • Vereinbaren Sie einen Rabatt mit den Gastronomen, den Ihre Mitarbeiter in Anspruch nehmen können, wenn sie in ihrer Mittagspause dort essen gehen und sich entsprechend ausweisen können.
  • Haben Sie eine Vereinbarung gefunden, kommunizieren Sie diesen Mehrwert! Informieren Sie alle Ihre Mitarbeiter.
  • Der Gastronom hat mehr Kundschaft und Ihre Mitarbeiter haben eine gute Auswahl und Rabatt!

Es erscheint Ihnen vielleicht als unbedeutende Kleinigkeit, aber es macht einen Unterschied. Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken. Wir haben mit dieser „kleinen“ Maßnahme bei unseren Projekten sehr gute Erfahrungen gemacht. So haben wir für einen unserer Kunden das „LunchBand“ entwickelt. Dieses dient zum einen als Identifikationsmerkmal beim Gastronomen und hat sich darüber hinaus als Mode Accessoire bei den Mitarbeitern entwickelt.

Es ist einfach

Erfüllen Sie das Grundbedürfnis des Menschen nach Nahrung und tun Sie ihm damit etwas Gutes- und sich selbst. Mit einfachen Maßnahmen können Sie Ihre Attraktivität als Arbeitgeber steigern, Ihre Mitarbeiter an sich binden und dafür sorgen, dass sie bei Ihnen zufrieden sind.

Unterforderung – Motivations- und Effizienzkiller No. 1

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Wir wissen inzwischen viel über Burn-Out und die viel diskutierte Überforderung und Überlastung am Arbeitsplatz. Nicht minder bedeutend, aber weit weniger diskutiert, ist die Unterforderung am Arbeitsplatz. Auch bekannt als Bore-out. Ein unterschätztes Phänomen, welches jedoch gravierende Auswirkungen auf die Rentabilität eines Unternehmens und insbesondere auf die Gesundheit des betroffenen Mitarbeiters hat.

Vielleicht haben Sie es selbst auch schon einmal am eigenen Leib erfahren. Sie sind auf sachbearbeitender Ebene tätig. Ihr Vorgesetzter schiebt Ihnen stumpfe „abarbeiten“-Aufgaben zu. Diese sind sicher nicht unwichtig, aber sie müssen dafür den Kopf nicht einschalten. So verbringen Sie jahrelang – 8 Stunden an jedem Werktag Ihrer Lebenszeit – an Ihrem Schreibtisch und führen Arbeiten aus, die Sie in keinster Weise fordern.

Zu Beginn fällt es Ihnen wahrscheinlich selbst nicht auf. Bis zu dem Tag, an dem Sie bemerken, dass Sie keine eigene Meinung mehr haben. Bis zu dem Tag, an dem ein neuer Kollege den Grund Ihrer Aufgaben hinterfragt. Sie schalten Ihren Kopf wieder ein und es fallen Ihnen bessere Wege ein oder Ihnen wird bewusst, dass Sie mehr wollen. Sie sprechen Ihren Vorgesetzten an und bitten um neue Aufgabengebiete. Vielleicht können Sie ihm etwas abnehmen.

Die Reaktion?

In den meisten Fällen gibt es zunächst keine Reaktion. Dann wird Ihnen versprochen etwas zu finden. Am Ende bekommen Sie aber nur mehr „Abschreib“-Arbeiten, die keinerlei Hirnaktivitäten bedürfen. Da der Großteil der Menschen zunächst auf sich selbst schaut, werden Sie sich fragen, woran das liegt. Liegt es an Ihnen? Traut man Ihnen nicht mehr zu? Sind Sie nicht qualifiziert genug? Doch Sie sind es. Und wenn Ihnen eine bestimmte Qualifikation fehlt, so gibt es Schulungen dafür.

Sicher sollte man immer erst bei sich beginnen. Vergessen Sie aber nicht eine wichtige Komponente. Ihr Gegenüber. Er wird seine eigenen Gründe dafür haben, warum er Ihnen nicht mehr Verantwortung überträgt. Denn auch er schaut als Erstes auf sich. Aber anders. Er erkennt eine Konkurrenz in Ihnen. Eine, die er fürchtet. So ist es bedauerlicherweise weit verbreitet, dass Vorgesetzte ihr Wissen für sich behalten und keinerlei Verantwortung abgeben, weil sie unentbehrlich sein wollen. Sie meinen zumindest unentbehrlich zu sein.

Die Konsequenzen

Doch welche Konsequenzen eine solche Strategie hat, sieht kaum jemand. Denn wie geht es einem Mitarbeiter, der in seinem Alltag unterfordert ist? Er ist unzufrieden, gelangweilt und demotiviert. Die Aufgaben, die er tagtäglich zu bewältigen hat, macht er inzwischen mit links. Innerhalb einer Stunde. Wie füllt sich denn nun der Rest des Arbeitstages? Um sich eben diese Gedanken nicht machen zu müssen, spart er sich seine Aufgaben auf und verschiebt sie auf später. Die klassische Prokrastination tritt ein. Das Ziel: nur irgendwie die 8 Stunden absitzen. Dazwischen wird dann noch ein wenig mit den Kollegen gequatscht und im Internet gesurft. Aber irgendwann hat es sich ausgesurft. Das Bore-out Syndrom wird Teil des Alltags und Teil des Lebens.

Die wenigsten sprechen darüber. Jeder Versuch endet mit einem müden belächeln der anderen. Es wird als Luxusproblem wahrgenommen. Tatsächlich ist es alles andere als ein Luxusproblem. Denn sie macht krank – diese lähmende Langeweile. Die ständige Unzufriedenheit und Unterforderung. Sie gefährdet die Gesundheit. Viele der Betroffenen, zu denen ich mich vor gar nicht allzu langer Zeit selbst noch zählte, leiden unter depressiven Verstimmungen, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Antriebslosigkeit.

Was tun?

Zustände, die keineswegs unbeachtet bleiben sollten. Als Unternehmer und Vorgesetzte, sollten Sie einen neutralen und realistischen Blick auf die Abläufe in Ihrem Hause und auf Ihre Mitarbeiter werfen. Was könnte dieser Mitarbeiter nicht alles für Sie leisten, wenn er sein volles Potential nutzen und entfalten dürfte?

Als Mitarbeiter sollten Sie reflektieren und Ihre Konsequenzen daraus ziehen, wenn Sie erkennen, dass Sie sich in einer solch unglücklichen Lage befinden. Geben Sie sich nicht damit ab und fürchten Sie sich nicht vor neuen Herausforderungen. Ich selbst habe lange gezögert. Wollte meine vermeintliche Sicherheit nicht aufgeben. Wie befreiend der Beschluss und die daraus folgenden Taten waren – ein kaum in Worte zu fassendes Glück. Ein Glück, das ich mir selbst beschert habe.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben auf Angehörige aller Geschlechter.

Ehrenamt. Für uns Ehrensache.

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„Tue Gutes und rede darüber“ – eine Herangehensweise, die lange verpönt war und in gewisser Weise immer noch ist. Warum? fragen wir uns. Jeder Mensch sucht nach Sinnhaftigkeit in seinem Sein und wenn sein Arbeitsplatz ihm das nicht bietet, dann bleibt das eigenständige Engagement. Der ein oder andere braucht vielleicht eine Inspiration. Warum sollte man also nicht darüber reden?

Möglichkeiten sich ehrenamtlich zu engagieren gibt es unendlich viele. Ohne die freiwilligen Helfer in all den unterschiedlichen Bereichen wäre das Leben sehr trist. Die Zeit titelte „Die Stützen der Gesellschaft – Wie arm wäre Deutschland ohne das Ehrenamt?“.

Trist wäre es nicht bloß für diejenigen, die Hilfe bekommen. Für den, der im Ehrenamt Hilfestellung leistet, ist es gleichermaßen eine Bereicherung. Ob er das zugeben mag oder nicht.

Selbstlosigkeit vorausgesetzt?

Selbstlos geben, ohne zu nehmen. Das ist edel. So heißt es. Doch gibt es diese 100%ige Selbstlosigkeit überhaupt? Unserer Auffassung nach gibt es sie nicht wirklich. Natürlich sollte man geben, ohne eine Gegenleistung zu erwarten, aber tatsächlich bekommt man immer auch etwas zurück. Vielleicht nicht monetär. Doch mindestens ein gutes Gefühl. Je nachdem in welchem Bereich Sie sich engagieren, ist das ROI sehr unterschiedlich, aber nie unbedeutend.

Da Engagement für Andere, für die eto Personalmarketing GmbH eben immer auch Ehrensache ist, integrieren wir es in unseren Arbeitsalltag. Wir schätzen uns glücklich einer Tätigkeit nachgehen zu dürfen, die einen tieferen Sinn hat. Dennoch ist es uns wichtig, darüber hinaus diejenigen mit unserer Expertise zu unterstützen, die sie brauchen.

#makebetriebssportgreatagain

Unser Geschäftsführer Jan Steffen engagiert sich als ehrenamtlicher Landesvorsitzender des Landesbetriebssportverbands Bremen. Für in weitestem Sinne sportliche Teambuilding Aktivitäten. Manchmal können die innerbetrieblichen Maßnahmen zu einfach sein. So einfach, dass sie in Vergessenheit geraten. Da setzt Jan Steffen an. Nach dem Motto #makebetriebssportgreatagain macht er dieses einfache Tool wieder für alle sichtbar. Das Angebot des LBSV ist vielseitig und für jeden Betrieb lässt sich das passende finden. Mannschaftssport stärkt den Zusammenhalt eines Teams und wirkt sich in letzter Konsequenz immer auch positiv auf das Betriebsklima und ja, auch auf die erwirtschafteten Zahlen, aus. Wäre das vielleicht auch das Richtige für Sie?

Nachwuchsförderung gegen den Fachkräftemangel

Ich selbst engagiere mich privat und beruflich für die Joblinge Initiative. Wir teilen die Auffassung, dass man einfach niemanden aufgeben darf. Die Joblinge Teams fördern junge Menschen auf kreative Art und Weise und unterstützen sie dabei, im Berufsleben Fuß zu fassen. Im ersten Schritt mit einer Ausbildung. Was wir damit zu tun haben? Wir unterstützen die Bremer Niederlassung bei der Vernetzung mit Unternehmen & Vereinen und geben Bewerbertrainings für die Teilnehmer. Darüber hinaus nehme ich am Mentoring Programm teil und unterstütze die mir zugewiesene Jugendliche auf ihrem Lebensweg. Was mit der Vermittlung von jungen Menschen in Ausbildung begann, hat sich inzwischen zu einer aktiven Antwort auf den Fachkräftemangel entwickelt. Dass das Engagement der Initiative und ihrer Unterstützer sich auszahlt, zeigt sich in den hohen Vermittlungsquoten. Win Win für alle Seiten also. Da der persönliche Gewinn unserer Meinung nach kein Tabu ist, schildere ich hier gerne meinen. Ich empfinde es als absolut bereichernd mich als Mentorin zu engagieren. Ich erhalte einen Einblick in die Lebenswelt eines anderen Menschen, kann etwas bewirken, helfen und werde gebraucht. Wer mag dieses Gefühl nicht? Bei den Bewerbertrainings habe ich die Möglichkeit mich mit dem Nachwuchs auszutauschen und so direkt an der Zielgruppe zu sein. Das fördert mein Verständnis für ihre Anforderungen und Bedürfnisse. Letzteres stellt für mich persönlich schon einen Mehrwert dar. Es erweist sich jedoch auch für meine berufliche Tätigkeit als absolut hilfreich. Denn nur wer die Zielgruppe kennt, kann sie auch erreichen. Das tun wir für unsere Kunden.

Und Sie so?

Welchem Ehrenamt gehen Sie nach? Wäre eines unserer Beispiele auch etwas für Sie? Für mehr Inspiration, schauen Sie sich doch auf der Website der Bundesregierung oder in der Ehrenamtsbörse um.

Karriere Hotellerie – Eine Generationen-Frage?

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Auf unserem „Nacht der Hotellerie“-Blog haben wir die Frage gestellt, ob die Entscheidung für oder gegen eine Karriere in der Hotellerie eine Generationen-Frage ist. Diesen Gedanken möchten wir hier aufgreifen und weiter ausführen.

Die Kernfragen, mit denen sich viele Arbeitgeber auf Nachwuchssuche heute beschäftigen lauten: „Wie kann ich die Generationen Y und Z erreichen? Was wünscht sich die Zielgruppe?“ Laut der 2016 Global Talent Trends Study von Mercer, ist es wichtiger denn je, dass Arbeitgeber die veränderte Ausgangslage und die Bedürfnisse der so genannten Digital Natives verstehen, bewerten und entsprechend agieren. Sie haben das Bedürfnis nach ehrlicher Begegnung, nach Sinnhaftigkeit, Nachhaltigkeit und nach authentischen Erlebnissen.

Y = WHY? & Z = Das Ende?

Allzu starre Strukturen und Arbeitszeiten sind für die Generation Y eher unattraktiv und so ist es nicht verwunderlich, dass Flexibilität ihnen wichtig ist. Dafür sind sie aber auch bereit, am Wochenende oder falls nötig auch nach Feierabend noch zu arbeiten – es muss nur einen Sinn für sie haben. Nicht umsonst wird sie die Generation Y (also WHY?) genannt, denn sie hinterfragen alles und jeden Zweck. Wer da auf festgefahrene Strukturen und Prozesse beharrt und auf die Fragen nichts weiter als „Das haben wir hier immer so gemacht“ zu entgegnen hat, der hat definitiv schlechte Karten. Weiterdenken und reflektieren lautet die Devise. Diese Fragen kann man als Unternehmer und/oder Führungskraft ganz wunderbar nutzen, um einen anderen und neuen Blick auf sein Schaffen zu bekommen. Wenigstens im stillen Kämmerlein sollte man diese Inspiration als solche nutzen und ggf. im Austausch mit den Mitarbeitern neue Prozesse ausprobieren und definieren oder die bestehenden zumindest zufriedenstellend vertreten.

Die Generation Z hingegen legt großen Wert auf eine strikte Trennung von Berufs- und Privatleben. Wenn um 17 Uhr Feierabend ist, dann lassen sie um Punkt 17 Uhr den Stift fallen. Danach zählt nur noch das Privatleben – mit Firlefanz aus dem Büro möchten sie sich in ihrer Freizeit nicht mehr beschäftigen und wissen hier ganz klar Prioritäten zu setzen. Work-Life-Balance lautet das Stichwort und darüber wird nicht nur gesprochen, sondern es wird auch in die Tat umgesetzt. Besser als alle anderen Generationen vor ihnen, wissen sie die Informationsflut der Sozialen Medien zu kontrollieren. So fällt es ihnen auch nicht schwer nach 17 Uhr nicht mehr ihre Mails zu kontrollieren und zu beantworten.

Kein Nachwuchs mehr für die Hotellerie?

Das ist die Frage aller Fragen. Ungerechtfertigterweise wird von vorangegangenen Generationen oft behauptet, dass die „jungen Leute“ heute nicht mehr wissen, was harte Arbeit bedeutet und, dass sie dazu nicht imstande sind. Kann man das wirklich so verallgemeinert in den Raum stellen und das ja oft von Menschen, die seinerzeit ebenso von ihren Eltern kritisiert wurden? Die Antwort lautet selbstverständlich NEIN, obwohl es auf einige vielleicht zutreffen mag. Dennoch, es war noch nie klug alle Menschen über einen Kamm zu scheren. Das gilt nicht nur für Nationalitäten, Kulturen, Geschlechter, etc. sondern eben auch für die Generationen.

Fakt ist, die Hotellerie war noch nie eine Branche für Jedermann. Sie eignete sich noch nie wirklich für diejenigen, die einfach stumpf einen Job ausführen wollen. Wenn man für sie brennt, seine Leidenschaft für sie entdeckt, sich an ihr erfreut, Spaß dabei hat und seinen persönlichen Sinn in ihr findet, dann ist das keine Frage der Generation. Es ist eine menschliche Frage und eine emotionale. Als Branchenvertreter und Arbeitgeber auf Nachwuchssuche ist es Ihre Aufgabe diese Emotion zu wecken, sie sichtbar zu machen und vor allen Dingen sie zu leben. Erreichen Sie die Menschen.

Das Team der eto Personalmarketing ist Ihnen gerne dabei behilflich. Kontaktieren Sie uns einfach ganz unverbindlich, wenn Sie einen neutralen Blick und neue Eingebungen wünschen.

Die Nacht der Hotellerie – Mehr als nur eine Job Messe

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Wussten Sie schon immer, was Sie einmal werden wollen? Wie kam es zu der Entscheidung den Weg zu gehen, den Sie gegangen sind? Waren Ihre Eltern oder Freunde Einflussfaktoren oder hatten Sie einen Berufsberater? Sehr unwahrscheinlich ist, dass Sie Ihre Inspiration auf einer anonymen und kalten Jobmesse bekommen haben, bei der sich ein Unternehmen an das andere reiht – kaum möglich sich individuell zu präsentieren und Ihnen die Branche authentisch nahe zu bringen.

Gewöhnliche Job Messen sind für gewöhnlich einfach nur laut und dennoch fad. Man nimmt sie an, aber sie erreichen einen nicht.

Dem steuert die Nacht der Hotellerie entgegen. Alle fragen sich „wie kann ich die Generationen Y und Z erreichen? Was wünscht sich die Zielgruppe?“ Ganz so weit entfernt von dem, was Sie sich damals vielleicht gewünscht haben ist es tatsächlich nicht. Sie haben das Bedürfnis nach ehrlicher Begegnung und nach authentischen Erlebnissen. In der Berufsorientierung ist es wichtiger denn je, einen realistischen Einblick in das mögliche Berufsfeld zu gewähren und genau das macht die Nacht der Hotellerie.

Fernab von kalter Messehallen Atmosphäre wird die Hotellerie im Hotel selbst erlebbar gemacht. Dabei stehen Bremer Hoteliers den jungen Menschen und ihren Eltern Rede und Antwort. Das Besondere ist aber, dass nicht nur sie erzählen, sondern auch ihre Azubis. Echter und näher kommt man sonst nur selten an die Macher der Hotellerie.

Versetzen Sie sich noch einmal in Ihre Jugend zurück. Sie sind 16 Jahre alt und wissen noch nicht wo es beruflich hingehen soll. Sie betreten ein klassisches Hotel, wo Sie in einer funkelnden Lobby mit einem Lächeln willkommen geheißen werden.

Sie betreten die Räume und bekommen Einblicke, die man sonst nie bekommt – in eine Suite zum Beispiel. Dabei erfahren Sie, wer hier schon alles übernachtet hat, wie die Erwartungen der Gäste aussehen und welche Rolle Sie dabei spielen, dass die Gäste einen schönen Aufenthalt haben. Weiter geht es an die Bar, wo ein erfahrener Barkeeper und die Azubine des Hauses gerade zeigen, wie man richtige Cocktails macht. Sie verspüren die Lust mitzumachen und geführt von den Profis shaken Sie Ihren ersten richtigen Cocktail (alkoholfrei natürlich) und werden für Ihre Souveränität dabei bejubelt. Danach zieht es Sie zum Küchen Workshop, wo die meisten sich aufhalten, denn klar gutes Essen mag jeder. Der Küchenchef persönlich stellt mit der Unterstützung seines Azubis gerade selbst Pasta her – wow – frisch und nicht aus der Tüte. Selbst mal machen? Klar, nur zu – mit der Anleitung des Kochs kein Problem. Probieren darf man natürlich auch all die verschiedenen Leckereien, die einem da vorgeführt werden. So zieht sich der Rundgang in alle Bereiche des Hotels weiter.

Am Ende haben Sie viele neue Eindrücke gewonnen und können abschätzen, ob diese Branche etwas für Sie ist oder nicht, denn für die wunderbare Welt der Hotellerie muss man in gewisser Weise geschaffen sein. Vielleicht haben Sie nach Ihrem Rundgang noch konkrete Fragen, die Sie den Hoteliers oder den Azubis direkt stellen. Vielleicht haben Sie sich schon Ihr Wunschhotel ausgeguckt und können an dem Stand konkret nachfragen oder sich direkt bewerben – alles ist möglich.

Neben dem Gastgeber Hotel präsentieren sich viele weitere namhafte Hotels an ihren jeweiligen Ständen und informieren über Ausbildung und Arbeit in ihrem Hause. Da die Hotelfachausbildung auf einem dualen System basiert, ist auch das Schulzentrum Rübekamp mit einem Informationsstand vertreten sowie die Handelskammer Bremen und Bremerhaven und der DEHOGA Bremen.

Hinter diesem rundum stimmigen Konzept steckt unser Geschäftsführer Jan Steffen, der die Nacht der Hotellerie 2016 im Atlantic Grand Hotel erstmals ins Leben rief, um einerseits dem Nachwuchsmangel in der Hotellerie etwas entgegenzusetzen und um andererseits jungen Menschen Perspektiven aufzuzeigen.

Das Event war so erfolgreich, dass es seither jährlich stattfindet. Nach dem Dorint Park Hotel im vergangenen Jahr, freuen wir uns, dass wir am 13. November 2018 mit dem Courtyard by Marriott Bremen wieder einen namhaften Vertreter der Branche als Gastgeber haben werden. Der Eintritt ist für Besucher kostenfrei, lediglich um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Mehr über die Nacht der Hotellerie, Presse- und TV-Beiträge, erfahren Sie hier:

https://www.nacht-der-hotellerie.com/

Neue Wege im Personalmarketing

Richtig Bewerben – Wer bei Wem?

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Auf zahlreichen Kanälen wird uns detailliert erklärt, wie man sich als Bewerber zu verhalten hat, um Erfolg bei der Jobsuche zu haben – das geht mit der Erstellung der Bewerbungsunterlagen los und endet mit dem Auftreten beim Vorstellungsgespräch.

Im 21. Jhdt. wird noch immer verlangt ein Anschreiben aufzusetzen, ohne zu unterscheiden bei welcher Berufssparte das Sinn macht und bei welcher nicht. Ein kurzes Beispiel aus der Hotellerie: Es kann sicherlich sinnvoll sein von einer Rezeptionistin ein Anschreiben sehen zu wollen, aber diese Hürde einem Koch aufzubürden ist nahezu absurd. Da wundert sich eine ganze Branche wo die Köche abgeblieben sind, wenn man ihnen solche Steine in den Weg legt – soll er für Ihre Gastronomie kochen oder Romane schreiben? Bevor ich ins Thema hausgemachter Fachkräftemangel rutsche, zurück zum Kernthema.

Was erfahren wir also bei unserer Recherche? Als Bewerber soll man jung sein, zugleich am besten 10 Jahre Berufserfahrung aufweisen, stilistisch makellose Bewerbungsunterlagen einreichen, klassische Wege einschlagen und bloß nicht aus der Reihe tanzen, selbstbewusst und gleichzeitig devot auftreten, usw. Diese Liste könnte man noch ewig weiterführen. Karriere Experten geben einem Tipps für Vorstellungsgespräche – Wie kleiden? Wann genau da sein? Wie reden? Wie vorbereiten? Wie auftreten? Welche Fragen stellen? Wie verabschieden?

Recruiting Personalmarketing

Ehrfürchtig soll der Bewerber der „Übermacht“ gegenübertreten. Das wird einem von all diesen Ratgebern, zu denen auch Lehrer gehören (oft die ersten, die einem dabei helfen eine Bewerbung aufzusetzen) suggeriert. Als Bewerber stellt man das Unternehmen unwillkürlich auf ein Podest und siedelt sich selbst als niederer Bittsteller ganz unten an und die Unternehmen fühlen sich königlich wohl in ihrer Rolle als diejenigen, die in dem Moment über den Verlauf eines Berufsweges entscheiden und die sich dabei alles erlauben dürfen.

Wir kommen also ganz easy an Informationen ran, wie man sich als Bewerber zu verhalten hat. Doch vice versa? Nichts. Gähnende Leere. An dieser Stelle möchten wir inständig für einen Bewerbungsmanagement-Knigge für Unternehmen plädieren. Am besten wird es wohl sein, selbst eines aufzusetzen. Folgt…

Die oben beschriebene Kultur ist ungefähr so passé wie Erbseneintopf. Arbeitgebern sollte bitte endlich bewusst werden, dass auch sie sich in ihrer Kommunikation und Präsenz bei den Kandidaten bewerben und sie ihre Vakanzen sicher nicht gefüllt bekommen, wenn sie nicht von ihrem hohen Sockel heruntersteigen.

Step by Step.

Der erste Schritt ist die Stellenanzeige. Sie ist das Bewerbungsschreiben des Unternehmens an potentielle Bewerber. Das scheint erstaunlich wenigen bewusst zu sein. Eine schier endlose Auflistung unfreundlich formulierter Anforderungen und Null Gründe, warum ein Bewerber auf diese Anzeige reagieren sollte, ist die Realität. An dieser Stelle fasse ich mich kurz und erlaube mir auf den letzten Blogbeitrag zum Thema Stellenanzeigen zu verweisen.

Weiter geht es mit der Kommunikation. Wie verhalte ich mich als Personaler mit den eingehenden Bewerbungen? Scheinbar auch heute tatsächlich noch en  vogue ist es, Bewerbungen, die einem womöglich gerade nicht passen zu ignorieren, nicht zu beantworten oder auch immer wieder schön: ein halbes Jahr später zu beantworten. Ich selbst habe gestern einen Anruf mit Jobangebot auf eine Initiativbewerbung erhalten, die ich im Januar diesen Jahres verschickt hatte! Ist es denn wirklich so schwierig dem Bewerber 2-3 Zeilen zu widmen? Ich war kurz geneigt, der freundlichen Dame, die sich übrigens auch nicht dafür entschuldigte, unsere Dienste der eto Personalmarketing anzubieten.

Das Vorstellungsgespräch. Zeichnen wir einmal das vermeintlich schöne Bild, dass die Bewerbung dem Personaler zusagt und er auch darauf reagiert und zum Interview lädt. Alle freuen sich und alles ist toll. Der Bewerber dreht bei den Vorbereitungen fast durch, so nervös ist er. Der Unternehmer hingegen bereitet sich kaum vor, schafft es gerade noch rechtzeitig den Lebenslauf auszudrucken und empfängt so den Bewerber, für den es gerade um alles geht. Allein das lässt schon beträchtlich an Wertschätzung missen.

Arbeitgebermarke-Personalmarketing

Bei meinen Ausführungen möchte ich nicht verallgemeinern, es gibt sicher auch positive Ausnahmen, aber ich gehe auf den Großteil ein, der sich bei diesem Thema nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Dabei greife ich auf Bewertungsportale, eigene Erfahrungen und auf die von Freunden und Bekannten zurück.

Häufig wird das Vorstellungsgespräch von mehreren Personen geführt, was schon einschüchternd wirken kann. Sie beschäftigen sich vorher nicht mit dem Bewerber und betrachten das Gespräch eher als nette Kaffeepause für zwischendurch, ständig mit dem Handy in der Hand. Die einen reden mehr über sich als sein Gegenüber zu Wort kommen zu lassen, die anderen stellen die klassischen (unnützen) Fragen wie „Was sind Ihre Stärken und Schwächen?“ und natürlich auch „Erzählen Sie uns von Ihrem Werdegang“ denn sie haben ja den Lebenslauf vorher nicht gelesen und wiederum andere geben alles darum, den Bewerber aus dem Konzept zu bringen, indem sie zum Beispiel seine Vita kritisieren und unangemessen hinterfragen was bis zur Respektlosigkeit gehen kann. Alles schon erlebt.

Ein Fall möchte hier noch erwähnt werden. Eine namhafte Reederei, die auch als bester Arbeitgeber des Landes ausgezeichnet wurde, lud zum Interview ein. Zwei Damen, die wie Tratsch Schwestern die Köpfe zusammensteckten und sich an einem großen Tisch mir gegenüber am anderen Tischende aufbauten und auf mich herabsahen. Sie erzählten von sich und davon wie toll sie seien, stellten ein paar wenige Fragen und kritisierten mich danach in einer respektlosen Art und Weise dafür, dass ich es gewagt habe mir keine Notizen zu machen „Sie wollen uns doch nicht sagen, dass Sie sich das alles merken können? Also uns konnten Sie nicht überzeugen, aber wir möchten nochmal einen schriftlichen Test mit Ihnen machen, um Ihnen noch eine Chance zu geben.“ Die Königinnen ihres eigenen Reiches staunten nicht schlecht als ich diesen 10-seitigen Test fehlerfrei bestand, boten mir darauf direkt den Job an und riefen mich eine Woche lang täglich an, um mich einzustellen. Da dämmerte es mir das erste Mal „Wer muss hier eigentlich wen überzeugen? Wer bewirbt sich bei wem? Das ist keine Einbahnstraße bei der ich mich als Bewerber erniedrigen muss und nichts von meinem Gegenüber erwarten darf. Wir bewerben uns bei einander und müssen voneinander überzeugen.“ Das Jobangebot lehnte ich selbstverständlich ab, denn das Verhalten hat tief blicken lassen. Nicht nur ich als Bewerber musste mich präsentieren und von meiner besten Seite zeigen, das sollten die Repräsentanten ihres Unternehmens mindestens genauso tun. So habe ich ein Beispiel präsentiert bekommen mit wem und für wen ich auf gar keinen Fall arbeiten möchte.

Das war jetzt nicht einfach nur ein Ausnahmefall – diese Art oder so ähnlich ist in vielen Unternehmen gelebte Praxis. Traurig, aber wahr.

Vorstellungsgespräch eto Personalmarketing

So bleibt uns ein gutgemeinter Rat an die reflektierten Unternehmer und Personaler da draußen, sich und seine Herangehensweisen zu hinterfragen. Wie präsentieren wir uns? Tragen wir nach außen was innen gelebt wird (positiv oder negativ sei dahingestellt, siehe internes Personalmarketing & externes Personalmarketing)? Welchen Eindruck hinterlassen wir? Behandeln wir unser Gegenüber, so wie wir es uns umgekehrt wünschen würden? Ist uns bewusst, dass jeder Bewerber und sein Umkreis immer auch ein potentieller Kunde ist?

Euch lieben Bewerbern da draußen möchten wir eines mit auf den Weg geben: Geht niemals demütig in ein Gespräch, begegnet euren Gesprächspartnern selbstbewusst und auf Augenhöhe. Bleibt höflich, aber lasst euch nicht alles gefallen. Wenn ein Unternehmen einen schlechten Eindruck bei euch hinterlässt, hört auf euer Bauchgefühl und lehnt ein eventuelles Angebot ab. Selbst wenn ihr am Ende enttäuscht seid, denkt daran „es hat nicht sollen sein“ und es war eine Übung auf dem Weg zu eurer persönlichen Bestimmung.