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Juni 2019

Kaffee, Onlineshopping, Rauchen, YouTube, Tratschen, Insta & Co – ein gewöhnlicher 8-Stunden-Arbeitstag im Büro

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Den internationalen Tag der Produktivität, den World Productivity Day, möchten wir zum Anlass nehmen, um noch einmal hervorzuheben, dass physische Anwesenheit nicht gleich Effizienz ist. Im Gegenteil. Das ist pure Illusion.

Hand aufs Herz: Wie viele Stunden Ihres Tages im Büro verbringen Sie wirklich mit Arbeit und wie viel mit Privatgesprächen, Kaffeepausen, Social Media, etc.?

Keine Sorge, es gibt keinen Grund für ein schlechtes Gewissen. Fakt ist, kein Mensch kann sich acht Stunden am Stück konzentrieren und wirklich effizient arbeiten. Das belegt auch eine Studie der Stanford University. Grob geschätzt würden wir sagen, dass wir maximal vier bis fünf Stunden am Tag wirklich effektiv arbeiten können. Die Studie jedoch besagt, dass es tatsächlich gerade einmal zweieinhalb Stunden höchster Konzentration am Tag sind. Wahnsinn, oder?

Die gesamte restliche Zeit wird demnach verschwendet. Zu dieser Verschwendung gehören ineffiziente Arbeitsprozesse, aber auch unnütze Meetings, die nicht selten dem Muster folgen: „Es wurde schon alles gesagt, aber noch nicht von mir“, wie sie in den meisten Unternehmen keine Ausnahmen sind. Und natürlich WhatsApp, YouTube, Kaffeeklatsch, etc.

Ineffiziente Arbeitsprozesse & Zeit absitzen

Ich wurde in meinem Berufsleben in der Vergangenheit einmal vorübergehend in einem anderen Büro eingesetzt und konnte nicht fassen, welches Bild sich mir dort bot. Zwei Mitarbeiter waren damit beschäftigt stumpfe „Abschreib-Arbeiten“ zu erledigen. Arbeiten, die sich ganz einfach auch digitalisieren lassen und so zu mehr Effizienz führen würden. Die Mitarbeiter waren unzufrieden, weil man ihnen mit der Betrauung dieser Aufgaben offenbar nichts anderes zutraute. Darüber hinaus hatten sie sich schon so sehr damit abgefunden, dass sie sobald das „Abschreiben“ erledigt war, einfach nur noch ihre Zeit absaßen. Jeden Tag dasselbe: 9 Uhr Dienstbeginn. Zwei Stunden stumpfe Arbeit. Eine Stunde Pause. Und sechs Stunden Füße auf den Tisch (das war wirklich so!), zurückgelehnt und mit Klatsch & Tratsch, Facebook, YouTube, privaten Telefonaten, etc. beschäftigt – bis 18 Uhr. Endlich Feierabend. Ein paar Minuten früher gehen oder gar eine Stunde war meist nicht drin, denn es ist ja verpönt in einer Gesellschaft, die auf Anwesenheit an Stelle von echter Produktivität beharrt.

Muss das noch sein?

Nach Work-Life-Balance, mit der sich inzwischen fast jedes Unternehmen in seinem „Benefits für Mitarbeiter“-Portfolio schmückt, klingt das nicht gerade. Eine echte Work-Life-Balance ist mit dem aktuellen 40-Std./Woche Konzept schlichtweg unmöglich.

Alle reden über Vereinbarkeit von Beruf & Familie und flexible Arbeitszeitmodelle, aber die wenigsten setzen diese großen Phrasen des New Work auch wirklich um. Und was bleibt? Unzufriedene Mitarbeiter, die täglich acht Stunden ihrer Lebenszeit im Büro absitzen, ohne wirklich etwas für sich und ihren Arbeitgeber zu (er)schaffen und zu leisten. Da ist es nur allzu verständlich, dass der Frust steigt während Kreativität und Motivation stetig sinken.

Nicht selten werden die Mitarbeiter auch krank, was zu erhöhten Fehlzeiten und noch weniger Outcome für ein Unternehmen führt. Von Burnout zu Boreout birgt das aktuelle Konstrukt viele unterschätzte Risiken. Weder kranke noch unmotivierte Mitarbeiter verhelfen zu mehr Produktivität.

Was also tun?

Endlich reagieren und nicht nach dem alten Motto „das war aber schon immer so“ an veralteten und sinnlosen Arbeitskonzepten festhalten. Natürlich gibt es zunächst so einige Hürden und vielleicht auch Risiken – wie immer, wenn man etwas Neues wagt.

Wir würden uns wünschen, dass sich viel mehr Unternehmer trauen, wirklich etwas zu bewegen und zum Vorteil für ihre Mitarbeiter zu verändern. Positivbeispiele gibt es inzwischen genügend, allen voran das US-amerikanische SUP-Unternehmen Tower, das seit nunmehr vier Jahren große Erfolge mit einer 25 Stunden Arbeitswoche einfährt. Die Mitarbeiter arbeiten fünf Stunden am Tag, ihr Gehalt wurde erhöht und sie werden am Gewinn beteiligt. Nach dem ersten Jahr der Umstellung verzeichnete das Unternehmen ein Umsatzwachstum von 40% und blickt auch heute noch stolz auf einen hochmotivierten Mitarbeiterstamm, der in kurzer Zeit Großartiges leistet und seitdem wirklich Beruf und Familie/Freizeit in Einklang bringt.

Ein sehr bekanntes Positivbeispiel gibt es auch aus Deutschland von der Digital Enabler Agentur aus Bielefeld. Seit über einem Jahr erweist sich auch bei ihnen der Wechsel von einer 40 zu einer 25 Stunden Woche als Erfolgskonzept mit glücklichen, gesunden Mitarbeitern und Kunden. Mehr dazu gibt es in diesem Artikel der WELT.

Warum es also nicht einfach mal wagen? Einfach machen. Ist es nicht auch das was Sie von Ihren Mitarbeitern erwarten? Einfach machen. Holen Sie Ihre Mitarbeiter aus dem Hamsterrad, begeistern Sie sie für sich und machen Sie einen echten Unterschied mit Mehrwert – für alle Beteiligten.

Die Meta Studie des Harvard Business Review Magazins bestätigt: Mitarbeiterzufriedenheit = höhere Produktivität.

 

In diesem Sinne: Happy World Productivity Day!

eto Personalmarketing Blog

Die 10 dümmsten Fehler bei Bewerbungen – von Arbeitgeberseite!

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Die Ratgeber Artikel und Coaches für Bewerber nehmen kein Ende. Wir lesen Artikel mit den Schlagzeilen:

  • Was Personaler sich von Bewerbern wünschen
  • So punkten Sie mit Ihrer Bewerbung
  • Die dümmsten Fehler bei Ihrer Bewerbung
  • Und so weiter und so fort

Diese Liste könnte man noch endlos weiterführen. In einem unserer vergangenen Beiträge haben wir bereits die Frage gestellt, wer sich hier bei wem bewirbt. Heute gehen wir einen Schritt weiter.

Zeit den Spieß umzudrehen

Ja, Bewerber müssen ihr Gegenüber von sich überzeugen, aber das gilt nicht nur für Bewerber. Gerade jetzt ist es von essenzieller Bedeutung, dass Arbeitgeber endlich und wahrhaftig erkennen, dass auch sie die Kandidaten da draußen von sich überzeugen müssen.

Aufgeschlossene Personalverantwortliche sind sicher offen und dankbar für Anregungen, Reminder und Impulse, um auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt zu punkten. Denn auch Unternehmen haben nur eine einzige Chance für den alles entscheidenden ersten Eindruck.

Um einen Mehrwert für Personaler und letzten Endes auch für Bewerber zu schaffen, haben wir eine Top 10 Liste der Fehler aufgestellt, die -vielleicht unbewusst- noch viel zu oft im Bewerbungsprozess und im Austausch mit Bewerbern gemacht werden.

Top 10 der häufigsten Fehler im Bewerbungsprozess

1. Eine beliebige Stellenanzeige

Meist der erste Berührungspunkt mit potenziellen Kandidaten und der erste Eindruck, den ein Arbeitgeber vermittelt, erfolgt über die Stellenausschreibung. Noch immer finden sich auf allen Kanälen unbeschreiblich schlimme Stellenanzeigen. Die Rede ist von Stellenanzeigen, die voll gespickt sind mit zahllosen Forderungen, die zudem unfreundlich formuliert sind. Argumente für den Bewerber, warum er sich gerade für dieses Unternehmen entscheiden sollte, sucht man vergebens. Und NEIN, Gleichberechtigung ist kein Benefit!

Machen Sie sich bewusst: Die Stellenanzeige ist IHRE Bewerbung bei Ihrem Wunschkandidaten. Mehr zum Thema Stellenanzeige gibt es hier.

2. Komplizierte Bewerbungsprozesse

Um sich bei Ihnen zu bewerben muss man erstmal ein 10-seitiges Bewerbungsformular ausfüllen, seine ganze Vita einzeln eingeben, um dann am Ende dennoch die gesamte Bewerbung in einer pdf-Datei hochzuladen? Die mobile Ansicht ist grausig und eine Bewerbung auf diesem Wege nicht möglich? Das ist alles andere als bewerberfreundlich. Was Sie damit maximal erreichen ist die Vermeidung von Bewerbern. Spätestens nach der dritten Seite verlieren diese das Interesse und springen ab. Sie werden es sehen, werfen Sie mal einen Blick in die Absprungrate.

Machen Sie es Ihren Wunschkandidaten so einfach wie möglich den Weg zu Ihnen zu finden. Überdenken Sie die Sinnhaftigkeit eines Anschreibens, eines mehrseitigen Bewerbungsformulars, etc.

An dieser Stelle empfehlen wir unseren Artikel über die Bedürfnisse und Wünsche Ihrer Bewerber. Schauen Sie mal rein.

3. Aussortieren und Ausmustern von Bewerbern basierend auf Vorurteilen

Mal ganz ehrlich. Wie oft haben Sie eine Bewerbung schon direkt in den Papierkorb wandern lassen, weil der Name Mahmoud Mohamed Abdallah nicht in Ihr Muster passt oder weil ein Bewerber aus dem „falschen“ Stadtteil kommt oder er ein paar Rechtschreibfehler im Anschreiben hatte (für einen Job, in dem die Schreibfähigkeit keinerlei Relevanz hat)? Und das in einer Zeit, in der alle über den Fachkräftemangel jammern und im selben Atemzug Menschen ausmustern, die vielleicht sehr gute Kandidaten sind, aber irgendwie nicht in das Weltbild passen.

Bei meiner ehrenamtlichen Tätigkeit und Unterstützung junger Geflüchteter bei ihren Bewerbungen erlebe ich genau das immer wieder. Ich bin im Austausch mit diesen aufgeweckten und fähigen Persönlichkeiten, die machen wollen und scheitern, weil sie nicht einmal die Chance bekommen Unternehmen persönlich von sich zu überzeugen. Was für eine Verschwendung von so viel Potenzial. Und weswegen? Wegen eines Kopftuchs und der dazugehörigen Schublade oder wegen des männlichen Geschlechts gepaart mit der ausländischen Herkunft und der Schublade „der wird Frauen als Vorgesetzte sowieso nicht akzeptieren“ – Stempel drauf und fertig.

Geben Sie Persönlichkeiten, die mindestens die Grundvoraussetzungen mitbringen eine Chance. Vergessen Sie die Schubladen und lassen Sie sich überraschen. Es lohnt sich.

4. Mangelhafte Kommunikation

Das unzureichende oder einfach mal Nicht-Kommunizieren gehört zu den verbreitetsten Fehlern überhaupt. Das beginnt mit einer Stellenanzeige, die keine Aussagekraft hat, geht weiter mit dem verspäteten oder Nicht-Beantworten einer Bewerbung und endet mit einem abgeschlossenen Bewerbungsprozess, über dessen Abschluss der Bewerber gar nicht erst unterrichtet wird. Dabei ist es doch eigentlich ganz einfach:

Kommunizieren Sie mit Ihren Bewerbern. Halten Sie sie stets über den Bewerbungsprozess auf dem Laufenden. Beim Vorstellungsgespräch werden sieben Verantwortliche dabei sein, um den Kandidaten kennen zu lernen? Geben Sie dem Bewerber die Chance sich mental auf so eine herausfordernde Situation vorzubereiten. Sie wissen noch nicht, wann mit einer Entscheidung zu rechnen ist? Teilen Sie es den Bewerbern mit und sagen Sie ihnen, wann in etwa mit einem Entschluss zu rechnen ist. Das zeugt von Respekt und Anstand. Das Mindeste, das wir jemandem entgegenbringen sollten, der uns seine Arbeitskraft zur Verfügung stellen möchte.

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5. Unpünktlichkeit

Nur weil das Vorstellungsgespräch in Ihrem Hause stattfindet und Ihr Weg kurz ist, bedeutet es nicht, dass es in Ordnung ist zu spät zu kommen. Auch Pünktlichkeit ist ein Zeichen von Anstand und Respekt. Punkt.

6. Schlechte oder keine Vorbereitung

Sie sind mit Hundert Dingen gleichzeitig beschäftigt und ooops es ist schon 9:45 Uhr. Der Kandidat für das Interview um 10:00 Uhr sitzt bereits im Wartebereich – nervös und doch bereit für sein Vorstellungsgespräch mit Ihnen. Sie haben gerade noch Zeit die Kollegen dazu zu rufen, die dabei sein sollen. Niemand hat sich intensiv und individuell auf den Bewerber vorbereitet. Schnell nochmal den Lebenslauf überflogen „mit den klassischen Bewerbungsfragen wird’s schon gehen“. Klar, das geht. Es fällt allerdings auf. Und ist das gut? Wird das Ihrem Anspruch wirklich gerecht? Erwarten Sie nicht auch von Ihrem Bewerber, dass er sich auf Sie als Arbeitgeber vorbereitet?

Behandeln Sie Ihre Bewerber nicht wie beliebige Nummern. Bereiten Sie sich auf das Individuum vor. Fallen Sie positiv bei Ihrem Bewerber auf, indem Sie sich auf ihn einstellen. Letztlich kommt es auch Ihnen zugute, wenn Sie besser auf ihn eingehen und ihn zielgerichteter kennenlernen können.

7. Unprofessionelle Fragen

Die meisten Personaler kennen die Regeln und wissen um die absoluten No-Go Fragen. Dennoch kommt es immer wieder zu unbedachten und grenzwertigen Fragen. Als ich selbst noch als Recruiterin Interviews geführt habe und bei einem davon einen Fachabteilungsleiter an meiner Seite hatte, musste ich eine gewisse Frage von ihm an die Bewerberin unterbinden, die wie folgt lautete: „Sie sind ja nun in einem gewissen Alter und die Uhr tickt. Wollen Sie nicht eh lieber eine Familie gründen?“

Bitte tun Sie das nicht.

8. Überheblichkeit und Unfreundlichkeit

Dieses Phänomen ist überraschend weit verbreitet. In der Bewerberrolle habe ich an Arroganz und Unfreundlichkeit schon so einiges erlebt. Vom Abwürgen eines Anrufs, bei dem ich mich nach 5 (!) Wochen nach dem Stand meiner Bewerbung erkundigen wollte bis zum GM beim Vorstellungsgespräch, der mir an den Kopf knallte, dass ich karrieretechnisch mein Leben verschwendet habe. Er wollte damit testen, ob er mich aus der Ruhe bringen kann. Das ist ihm nicht gelungen. Er hätte es aber auch auf professionellere Art und weniger persönlich testen können. Sein Verlust.

Vielleicht artet es bei Ihnen nicht ganz so aus. Und dennoch, beherzigen Sie diesen Rat bitte. Bleiben Sie stets freundlich und lächeln Sie. Sie haben keine Ahnung welch beruhigende Auswirkung Ihre Haltung und Ihre Art auf den Bewerber haben. Mit Unfreundlichkeit und Arroganz konnte man noch nie von sich als guten Arbeitgeber überzeugen. Im Gegenteil – es lässt tief blicken.

9. Dem Mobiltelefon auf dem Tisch mehr Aufmerksamkeit widmen als dem Bewerber

Ganz selbstverständlich spazieren Personalverantwortliche mit ihrem Mobiltelefon ins Vorstellungsgespräch und platzieren es dominant auf dem Tisch. Zu allem Überfluss vibriert es ständig und sie schielen immer wieder auf das Display. Ernsthaft – was kann denn bitte in diesem Moment wichtiger sein als Ihr Gegenüber?

Den Bewerber macht dieses Verhalten zum einen nur noch nervöser und zum anderen gibt es ihm das Gefühl, dass er eine unbedeutende Nebensache ist.

Lassen Sie Ihr Handy in der Tasche, in Ihrem Büro oder wo auch immer. Hauptsache fern vom Vorstellungsgespräch, denn hier sollte nur eine Person all Ihre Aufmerksamkeit bekommen: Ihr potenzieller neuer Kollege / Mitarbeiter.

Auch das ist nichts weniger als eine Frage des Anstands und Respekts.

10. Unehrlichkeit

„Das Gehalt verhandeln wir nach drei Monaten gerne neu.“ Oder „Unsere Konzernstrukturen sind so eng gestrickt, das dauert immer alles etwas. Sie bekommen Ihren richtigen Titel, sobald Sie bei uns angefangen haben.“ Oder „Bei uns halten alle zusammen, wir unterstützen einander und stehen uns auch privat sehr nah. Sie werden Teil unserer Familie, in der alle wertgeschätzt werden.“

Sparen Sie sich Versprechungen, die Sie nicht halten können. Bleiben Sie ehrlich und authentisch. Der Bewerber, der Ihnen diese und ähnliche Sprüche abkauft und dann bei Arbeitsantritt von der Realität enttäuscht wird, ist ganz schnell wieder weg. Es ist ja nicht so, dass ihm die (besseren) Alternativen auf dem Arbeitsmarkt fehlen.

Bleiben Sie also authentisch und ehrlich. Damit kommen Sie weiter und bringen den Kandidaten ganz natürlich Wertschätzung entgegen.

Sie wollen mehr und tiefer einsteigen? Holen Sie sich das kostenfreie eto Personalmarketing „Was Bewerber wirklich wollen“-Training für Professionals und Arbeitgeber.

7 Tage * 7 Wünsche * 7 Tipps

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wurde im Text die männliche Form gewählt, nichtsdestoweniger beziehen sich die Angaben natürlich auf Angehörige aller Geschlechter.